Matinee 2025 - Speyer
Benefiz-Matinee des Lions Clubs im Historischen Ratssaal zeigt breites Spektrum und hohe Qualität.
Wenn das kein Ansporn ist:
Mit der Information, dass die intensive Auseinandersetzung mit der Musik nicht nur vor ein Publikum, sondern auch in den rheinland-pfälzischen Landtag und dort bis zum Vorsitz des Kulturausschusses führen kann, gab CDU-Abgeordneter Michael Wagner den jungen Talenten der Musikschule Speyer im Historischen Ratssaal wohl einen finalen Motivationsschub. Jedenfalls spielten sich die Nachwuchsmusiker mit ihrem ebenso abwechslungsreichen wie anspruchsvollen und mitreißenden Programm bei der Matinee des Lions Clubs Speyer mühelos in die Herzen ihrer Zuhörer.
Wagner schilderte in seinem Grußwort, wie er über den Vorsitz eines kulturtreibenden Vereins zunächst in den Stadtrat und dann ins Landesparlament kam. Kunst und Kultur sind für ihn elementare Bausteine des Menschseins. Der Einladung von Lions-Präsident Wolfgang Walter, der die Zuhörer in launigen Worten im vollbesetzten Ratssaal begrüßt hatte, gerne auch seine Gesangskunst einzubringen, folgte Wagner nicht – im Bewusstsein, dass die Schüler der Musikschule sehr viel zu bieten haben.
Der Einrichtung um ihren Leiter Bernhard Sperrfechter, der die Moderation des Vormittags übernahm, dankte der Landtagsabgeordnete für ihre Arbeit:
- „Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, Gesang oder ein Instrument zu lernen.“
- „Haben über 1700 Türbewegungen pro Woche im Haus“
Dazu möchte der Lions Club durch seine Matineen mit der und die damit verbundenen Spenden an die Musikschule Speyer beitragen.
Wie lebendig deren Arbeit ist, machte Bernhard Sperrfechter in außergewöhnlichen Zahlen deutlich: „Wir haben 1700 Türbewegungen in der Woche im eigenen Haus und weitere zirka zehn in Kitas und Grundschulen.“ Mehr als alle Worte zeigten jedoch die Darbietungen der jungen Instrumentalisten und Sängerinnen, die Werke aus einer Spanne von über 300 Jahren zu Gehör brachten, wie die Arbeit der 27 bei der Stadt angestellten Lehrkräfte fruchtet.
Die Haltung der Schüler umschrieb der Leiter mit „professionell und fantastisch“. Das galt bereits für Edda Münchbach (Bratsche, elf Jahre) und Katja Schweitzer (Klavier, neun), die mit dem ersten Satz aus Franz Schuberts Sonate D-Dur das Programm eröffneten.
Die Bandbreite des Unterrichtsangebots wurde deutlich, als im ersten Teil auf Giovanni Battista Viottis Konzert Nr. 23 vom Ende des 18. Jahrhunderts, gespielt von Carolina Settelmeyer (Violine, 14), begleitet von ihrem Vater Matthias Settelmeyer am Klavier, die Popballade „You‘ve got a Friend“ von Carole King mit Josefina Witzkes Gesang und Lenya Krammes‘ Klavierspiel folgte.
Das dramatische Prelude op. 3 Nr. 2 von Sergej Rachmaninoff, das Multitalent Alexander Krämer am Klavier beisteuerte, kontrastierte mit Pinks „Just give me a Reason“, dem Anna Heinke, die ihren Gesang selbst am Klavier begleitete, viel Lebendigkeit einhauchte.
Umsetzung mal erfrischend eigen, mal nah am Original
Variantenreich auch der zweite Teil von Camille Saint Saens „Der Schwan“ (Anneliese Schauren, Cello, Monika Döring-Wulfert, Klavier) bis hin zu mehrstimmig gesungenen Popklassikern wie „Down under“ von Men at Work und „California Dreaming“ (The Mamas and The Papas), die Elena Arifi, Anna Heinke, Janessa Schall, Josefina Witzke sowie Alexander Krämer (Querflöte) mal erfrischend eigen, mal nah am Original umsetzten. Der Applaus des Publikums war ebenso euphorisch wie ernst gemeint.